Achtsamkeit im Business:zehn Übungen für volle Tage
Das Presence Paper des Presence & Performance Lab enthält zehn Achtsamkeitsübungen für Menschen in Verantwortung — jede zwischen 30 Sekunden und zehn Minuten. Dazu ein Sieben-Tage-Test mit zwei Skalen und eine klare Grenze: wo individuelle Praxis nicht mehr reicht. 31 Seiten, kostenlos als PDF.
Direkter Download, keine Anmeldung nötig.
Drei Seiten aus dem Paper: Titel, Editorial, Ein-Wort-Test.
In entscheidenden Momenten klar und souverän wirken
für kurze Zeit kostenfrei
Der Tag, der dich ständig unterbricht
In der Kernarbeitszeit trifft im Schnitt alle zwei Minuten eine Unterbrechung ein. Das ist keine Frage der Disziplin: Wer alle zwei Minuten angesprochen wird, verliert nicht den Willen zur Konzentration, sondern die Gelegenheit dazu.
48 Prozent der Beschäftigten und 52 Prozent der Führungskräfte erleben ihre Arbeit als chaotisch und zerstückelt. Meetings nach 20 Uhr haben gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent zugenommen.
Achtsamkeit setzt genau hier an — nicht als weitere Anforderung, sondern als kurze, bewusst gesetzte Unterbrechung der Unterbrechung.
Quelle: Microsoft Work Trend Index, Sonderbericht „Breaking down the infinite workday“, Juni 2025. Telemetriedaten aus Microsoft 365, ohne EU-Mandanten; Befragung von 31.000 Wissensarbeitenden in 31 Märkten.
Vier Teile, zehn Übungen, zwei Tests
Die Übungen bauen nicht aufeinander auf. Du liest Editorial und Rahmen und springst dann in den Teil, der deiner Situation am nächsten kommt.
Ankommen
Die ersten zwanzig Minuten nach dem Aufwachen setzen ein Tempo, das sich über den Tag selten von allein verlangsamt.
- Die Kerze als Startsignal (2–5 Min.)
- Fünf Minuten Atemfokus
Unterbrechen
Ein großer Teil deines Tages läuft ohne dich ab. Das ist praktisch — und genau deshalb schwer zu bemerken, wenn er kippt.
- Zähneputzen mit der anderen Hand (2 Min.)
- Der Gang ohne Ziel (5–10 Min.)
- Zehn Minuten Parkbank
Übergänge
Wenn der Tag keine Lücken hat, entstehen sie an den Rändern der Termine. Genau dort sitzt der größte Hebel.
- Der 90-Sekunden-Übergang
- Eine Sache
- fünf Minuten
- Gedanken benennen statt bekämpfen (1–3 Min.)
Bemerken
Kiefer, Schultern, Atem und Magen registrieren Belastung, lange bevor der Kalender es zulässt.
- Der Körper-Check in 60 Sekunden
- Der bewusste Tagesabschluss (3–5 Min.)
Der Sieben-Tage-Test
Eine Übung, ein Auslöser, eine Minimaldauer. An sieben Abenden zwei Zahlen auf einer Skala von 0 bis 10: Wie präsent war ich, wie angespannt war ich. Danach: beibehalten, verändern oder ersetzen.
Grenzen und Führung
Woran du merkst, dass fünf Minuten Atmung nicht mehr reichen. Und vier Fragen, die eine Führungskraft an das System stellt statt an sich selbst.
Der Ein-Wort-Test
Dreißig Sekunden, eine Frage, ein Wort. Wenn du beim Antworten ins Grübeln kommst, hast du die Antwort bereits.
Der 90-Sekunden-Übergang
Die wirksamste Übung für Menschen mit vollem Kalender. Sie passt in die Lücke, die es angeblich nicht gibt — und der Termin beginnt trotzdem pünktlich.
- 01
Bevor du den Raum wechselst oder auf Beitreten klickst: Stopp.
- 02
Spüre beide Füße. Atme dreimal ruhig aus.
- 03
Lockere Kiefer und Schultern.
- 04
Frag dich: Was braucht dieses Gespräch jetzt von mir? Erst dann geh weiter.
Wenn es hakt
Du vergisst es. Deshalb liegt der Auslöser außen: der Türgriff, der Klick, das Aufstehen vom Stuhl — nicht der gute Vorsatz.
Im Videocall
Kamera bleibt eine halbe Minute aus. Füße auf den Boden, Schultern lösen, dann einschalten.
Bringe ich die Energie des letzten Termins ungefiltert in den nächsten?
Warum es helfen kann: Übergänge verhindern, dass Anspannung unbemerkt kumuliert. Der feste äußere Auslöser macht die Übung verlässlich erinnerbar.
Was Menschen fragen, bevor sie etwas verändern
Ausführliche Antworten mit konkreten Schritten. Auch wenn du nie bei uns buchst.
Achtsamkeit im Business ist kein Zustand, den du irgendwann beherrschst, sondern eine wiederholbare Bewegung: bemerken, zurückkehren, neu entscheiden. Der dritte Schritt fehlt am häufigsten. Wer nur bemerkt und zurückkehrt, wiederholt den Tag. Wer danach neu entscheidet, verändert ihn. Es geht nicht um Meditation, Matte oder Stille, sondern um kurze Unterbrechungen mitten in einem vollen Arbeitstag.
Weil der Tag zerstückelt war, nicht weil du zu wenig geleistet hast. In der Kernarbeitszeit trifft im Schnitt alle zwei Minuten eine Unterbrechung ein — Meeting, Mail, Chat. Jede kostet nicht nur die Sekunden, die sie dauert, sondern den Wiedereinstieg danach. Das Gefühl, dass der Tag voll war und trotzdem nichts abgeschlossen wurde, ist kein Eindruck. Es ist die Struktur des Tages.
Nicht anhalten — benennen. Sobald das Karussell anspringt, wähle eine sachliche Kategorie dafür: Planen, Sorgen, Erinnern oder Bewerten. Sag innerlich: „Da ist Planen.“ Danach spüre drei Atemzüge oder beide Füße. Der Gedanke darf bleiben, du musst ihm nur nicht sofort folgen. Wer stattdessen mit dem Gedanken diskutiert, folgt ihm bereits. Und unterdrückte Gedanken kommen lauter zurück — Benennen schafft Abstand, ohne etwas zu verdrängen.
Neunzig Sekunden reichen. Bevor du den Raum wechselst oder auf Beitreten klickst: Stopp. Spüre beide Füße, atme dreimal ruhig aus, lockere Kiefer und Schultern. Dann eine Frage: Was braucht dieses Gespräch jetzt von mir? Erst danach weitergehen. Der Termin beginnt trotzdem pünktlich. Wichtig ist der äußere Auslöser — Türgriff, Klick, Aufstehen vom Stuhl. Auf den guten Vorsatz ist kein Verlass.
Über die Ausatmung, nicht über die Einatmung. Lass die Ausatmung sanft etwas länger werden als die Einatmung, ohne Druck und ohne die Luft anzuhalten. Dazu beide Füße spüren und den Kiefer lösen — ein fester Kiefer geht direkt in die Stimme. Wer stattdessen tief einatmet und die Schultern hochzieht, verstärkt die Anspannung. Zwei bewusste Minuten schlagen zwanzig zerstreute.
Mit einem wiederkehrenden Sinnesreiz vor dem ersten Blick auf den Bildschirm. Eine Kerze, eine Lampe, ein Glas Wasser — entscheidend ist, dass es jeden Morgen dasselbe ist. Drei Atemzüge darauf richten, dann einen Satz formulieren, der mit „Heute möchte ich“ beginnt. Wer mit dem Postfach beginnt, übernimmt die Prioritäten anderer, bevor die eigenen formuliert sind. Das ist kein Charakterfehler, sondern eine Frage der Reihenfolge.
Mit drei Sätzen auf Papier: Das war heute wichtig. Das bleibt offen. Das darf bis morgen warten. Danach kurz die Augen schließen und den Körper spüren, dann den Tag sichtbar beenden — Laptop zu, Licht aus, Raum verlassen. Drei Sätze bedeuten drei Sätze; der Rest steht morgen ohnehin wieder da. Und sie gehören auf Papier, weil der Bildschirm der Ort der offenen Schleifen ist.
Am Körper, und zwar früher als am Kalender. Scanne dreimal täglich je eine Minute Kiefer, Schultern, Brustkorb, Bauch und Hände. Ordne ein: reguliert, Spannung steigt, oder Entlastung nötig. Dann wähle genau eine Reaktion und mach sie sofort — Schultern lösen, Wasser trinken, fünf Minuten gehen, einen Termin verschieben oder jemanden ansprechen. Wahrnehmen ohne Reaktion verändert wenig. Eine Reaktion reicht.
Die, die keine zusätzliche Minute kosten, weil du die Handlung ohnehin machst. Die Zahnbürste in die nicht dominante Hand nehmen und langsamer putzen. Den Schlüssel in die andere Tasche stecken. Einen anderen Platz im Besprechungsraum wählen. Die Ungeschicklichkeit ist dabei der Effekt, nicht das Problem: Erst sie macht einen automatisierten Ablauf wieder sichtbar und damit veränderbar.
Lernbar, und zwar unabhängig davon, wie ruhig jemand von Natur aus ist. Der häufigste Abbruchgrund ist ein Missverständnis: Viele halten das Abschweifen für das Scheitern der Übung. Es ist das Gegenteil. Abschweifen ist kein Fehler, sondern der Moment, in dem die Übung beginnt — das Zurückkehren ist die Übung. Wer das einmal verstanden hat, kann nicht mehr „schlecht“ darin sein.
Meditation ist eine Form, Achtsamkeit eine Haltung. Meditation braucht meist einen festen Rahmen: Zeit, Ort, Sitzhaltung. Achtsamkeit lässt sich in eine bestehende Handlung legen — in den Weg zum Termin, in den ersten Kaffee, in die halbe Minute vor dem Videocall. Entscheidend ist nicht die Dauer, sondern die Qualität der Aufmerksamkeit. Zwei bewusste Minuten schlagen zwanzig zerstreute.
Allein nicht — und das sagen wir bewusst, obwohl wir Trainings verkaufen. Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt Burnout ausdrücklich als arbeitsbezogenes Phänomen. Wer Belastung nur individuell beantwortet, macht Arbeitsbedingungen unsichtbar: unklare Prioritäten, dauerhafte Überlast, fehlende Erreichbarkeitsgrenzen repariert keine Atemübung. Und wer dauerhaft erschöpft ist, deutlich schlechter schläft, zynischer wird oder sich zurückzieht, sollte das nicht mit Selbstoptimierung beantworten. Eine ärztliche oder psychotherapeutische Abklärung kann der richtige nächste Schritt sein.
Ja. 31 Seiten, kostenlos als PDF, ohne versteckte Kosten. Es enthält zehn Übungen mit Schritten, Dauer und Auslöser, einen Sieben-Tage-Test mit zwei Skalen, einen Wochenplan, eine Checkliste und die Grenzen des Ansatzes. Geschrieben für Menschen in Verantwortung, die keinen freien Vormittag haben, sondern drei Stellen im Tag, an denen ohnehin etwas beginnt oder endet.
Du lädst das PDF direkt herunter und kannst sofort anfangen — am besten mit der kürzesten Übung, nicht mit der beeindruckendsten. Wenn du danach mit jemandem an deiner Wirkung in entscheidenden Momenten arbeiten willst, ist ein Erstgespräch der einfachste Einstieg: vierzig Minuten, unverbindlich, ohne Vorbereitung. Du bekommst eine Empfehlung, auch wenn sie nicht das Lab heißt.
Was zehn Übungen nicht leisten
Es gibt Phasen, in denen fünf Minuten Atmung hilfreich sind — und trotzdem nicht ausreichen. Das ist kein Scheitern der Übung. Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt Burnout ausdrücklich als arbeitsbezogenes Phänomen.
Was individuelle Praxis leisten kann
Sie schärft die Selbstwahrnehmung und schafft kurze Momente, in denen du wieder wählen kannst statt nur zu reagieren.
Was sie nicht leisten kann
Sie repariert keine unklaren Prioritäten, keine dauerhafte Überlast und keine fehlende Erreichbarkeitsgrenze. Und sie ersetzt weder Diagnose noch Behandlung.
- Sind die Prioritäten klar — oder ist alles gleich wichtig?
- Ist die Arbeitslast realistisch für die verfügbare Zeit?
- Gibt es vereinbarte Grenzen der Erreichbarkeit?
- Können Menschen Überlastung früh ansprechen, ohne Nachteile zu befürchten?
Wer dauerhaft erschöpft ist, deutlich schlechter schläft, zynischer wird, sich zurückzieht oder sich beruflich nicht mehr wirksam erlebt, sollte das nicht allein mit Selbstoptimierung beantworten. Eine ärztliche oder psychotherapeutische Abklärung kann der richtige nächste Schritt sein. Wir trainieren Kommunikation und Präsenz — wir diagnostizieren und behandeln nicht.
Bei akuter Gefahr: Notruf 112. Die TelefonSeelsorge Deutschland ist kostenfrei und rund um die Uhr erreichbar.
Zehn Übungen sind neun zu viel.Nimm eine und prüfe sie sieben Tage.
Nicht die Disziplin gewinnt, sondern die Passung. Wenn eine Übung nach sieben Tagen nicht trägt, war es die falsche Übung — nicht der falsche Mensch. Dann nimmst du die nächste.
Vierzig Minuten, unverbindlich, ohne Vorbereitung. Du bekommst eine Empfehlung, auch wenn sie nicht das Lab heißt.
- 01Wähle eine Übung. Die kleinste, nicht die beeindruckendste.
- 02Lege den Auslöser fest. Etwas, das ohnehin jeden Tag passiert.
- 03Lege die Minimaldauer fest. So kurz, dass sie auch am schlimmsten Tag geht.
- 04Bewerte an sieben Abenden zwei Fragen von 0 bis 10: Wie präsent war ich? Wie angespannt war ich?
- 05Entscheide danach: beibehalten, verändern oder ersetzen.